Shambhala Vision

Was ist Shambhala?

In Tibet und anderen asiatischen Ländern gibt es Geschichten über ein legendäres Königreich, welches als Quelle von Fortschritt und Kultur der heutigen asiatischen Gesellschaften betrachtet wird. Dem Mythos zufolge war dies ein Ort des Friedens und Wohlstands, der von weisen und mitfühlenden Herrschern regiert wurde. Die Bewohner des Königreichs waren freundlich und gebildet, sodass es insgesamt eine ideale Gesellschaft darstellte. Dieser Ort wurde „Shambhala” genannt.

Grundlegende Gesundheit

Es ist einfach genug, das Königreich Shambhala als reine Fiktion abzutun; es ist jedoch auch möglich, diesen Mythos als einen Ausdruck des tief verwurzelten, menschlichen Verlangens nach einem guten und erfüllten Leben zu verstehen. Tatsächlich gibt es auch unter den Lehrern des Tibetischen Buddhismus die Tradition, das Königreich von Shambhala nicht als einen äußeren Platz in der Welt zu betrachten, sondern als den Urgrund oder die Wurzel von Gesundheit und Wachheit, die potentiell in jedem Menschen existiert. Von diesem Standpunkt aus betrachtet ist es relativ unwichtig, zu bestimmen, ob das Königreich von Shambhala fiktiv oder real ist. Stattdessen können wir das Ideal einer erleuchteten Gesellschaft, welches es repräsentiert, wertschätzen und anerkennen.

Keine Angst vor uns selbst haben

Gemäß der Shambhala-Vision können wir in Zusammenarbeit mit anderen nur dann eine erleuchtete Gesellschaft errichten, wenn wir erkannt und verstanden haben, was wir, aus unserer eigenen Natur heraus, anderen anbieten können. Daher ist die Grundlage der Shambhala-Tradition, dass wir uns nicht vor dem fürchten, was wir sind. So wird Furchtlosigkeit oder Mut hier definiert: keine Angst vor sich selbst zu haben. Diese Voraussetzung macht den Shambhala-Weg zu einem Pfad des Kriegers oder der Kriegerin. Wir werden Krieger, was im ursprünglich verstandenen Sinn bedeutet, wir werden jemand, der mutig ist. Wir entwickeln Mut, weil wir lernen uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Aus dieser Akzeptanz erwächst eine tiefreichende Freundlichkeit und die Bereitschaft, uns für die Welt zu öffnen und anderen zu helfen.

Wir entwickeln dies durch die Praxis der Meditation und auf den Stufen des Shambhala-Weges. Diese Disziplinen ermöglichen es uns, mit unserer eigenen innewohnenden Freundlichkeit und Furchtlosigkeit in Verbindung zu sein. Daraus erwächst natürlicherweise die Inspiration, anderen zu helfen.